Erfolgreiche Mitarbeiterführung und Mitarbeitermotivation – Teamarbeit vs. Einzelarbeit

Erfolgreiche Mitarbeiterführung und Mitarbeitermotivation - Teamarbeit vs. Einzelarbeit - Detlef FröhlichDer Teamarbeit eilt der Ruf voraus, der Einzelarbeit deutlich überlegen zu sein und deutliche bessere Ergebnisse zu ermöglichen. Ob dem tatsächlich so ist, beleuchtet dieser Beitrag.

Das große Lob auf die Teamarbeit

Teamarbeit wird mit flachen Hierarchien, kurzen Kommunikations- und Entscheidungswegen, einer Potenzierung der Kompetenzen, schnelleren Lösungen, starker Motivation und Arbeit an der Aufgabe gleichgesetzt.

Die Brandmarkung der Einzelarbeit

Die Einzelarbeit hängt hingegen das Stigma hierarchischer Strukturen, verminderter Leistungsfähigkeit und –bereitschaft, persönlichen Eitelkeiten, Unproduktivität und Einzelgängertum an.

…aber ist das wirklich so?!

Wer so pauschalisiert, wird in der Praxis recht schnell merken, dass das Leben leider nicht ganz so einfach ist.

Es gibt sowohl für die Team- als auch für die Einzelarbeit gute Gründe, die für sie sprechen, aber ebenso Gründe, die gegen sie sprechen.

5 Fragen, die Sie sich stellen sollten

Bevor Sie sich für die eine oder andere Variante entscheiden, sollten Sie fünf Bereiche kritisch hinterfragen. Bedenken Sie dabei auch, dass neben dem zu erzielen Einzelergebnis auch immer die langfristigen Auswirkungen auf den Erfolg Ihrer Mitarbeiterführung und Mitarbeitermotivation sowie die Gesamtproduktivität Ihrer Mitarbeiter eine Rolle spielen können und sollten.

Ist Teamarbeit wirklich erforderlich?

Nicht jede Arbeit, jeder Lösungsprozess und nicht jeder Mitarbeiter lässt sich so einfach einer der beiden Kategorien zuweisen.

Sie sollten sich daher vor der Entscheidung u. a. überlegen, ob

  • das Projekt unbedingt von einem Team übernommen werden muss oder nicht auch von einem einzelnen Mitarbeiter erledigt werden kann
  • der Teamaufwand in einem angemessenen Verhältnis zum angestrebten Ergebnis steht
  • Ihnen die zeitlichen, personellen und materiellen Ressourcen für eine Teamarbeit zur Verfügung stehen
  • das Projekt einer sehr vertrauensvollen und sehr verschwiegenen Zusammenarbeit bedarf
  • wirklich die Fach- und Sachkompetenz mehrerer Mitarbeiter erforderlich ist
  • den Ihnen zur Verfügung stehenden Mitarbeiter eher die Einzel- oder Teamarbeit liegt und wie sie ihre Stärken am besten einbringen können
  • Ihre Mitarbeiter tatsächlich in einem Team zusammenarbeiten können und wollen – …und sie auch zusammenpassen
  • die Teamarbeit wesentlicher Bestandteil eines gemeinsamen Entwicklungs- bzw. Veränderungsprozesses ist, an dem daher möglichst viele Mitarbeiter frühzeitig eingebunden sein sollten

Potenzieren sich die Kompetenzen wirklich?

Im Team sollen die einzelnen Mitglieder ihre speziellen Kompetenzen und ihr Spezialwissen einbringen, miteinander verzahnen und dadurch potenzieren.

Zu bedenken ist jedoch, dass der wertvolle Betrag des Einzelnen möglicherweise nicht deutlich hervortritt und die wichtige persönliche Anerkennung nicht erfolgt. Und das kann sehr nachhaltige Auswirkungen auf das Selbstwertgefühl und die Leistungsbereitschaft einzelner Teammitglieder und in der Folge auch auf das gesamte Team haben.

Um hier wirksam vorzubeugen, sollten Sie regelmäßig und angemessen die Beiträge der einzelnen Teammitglieder dem gesamten Team transparent machen und entsprechend anerkennen.

Liefern Teams wirklich schnellere Lösungen?

Scheinbar bieten flache Hierarchien, räumliche Nähe und kurze Kommunikationswege die idealen Voraussetzungen für schnelle Lösungen.

Tatsächlich bedarf die Teamarbeit jedoch oft gewissen personellen, organisatorischen und zeitlichen Vorläufen sowie zeitintensiven engen und regelmäßigen Abstimmungen. Die von den Teammitgliedern aufzuliefernden Einzelergebnisse werden im Regelfall nicht zeitgleich zu erbringen sein, so dass auf der einen Seite hoher Termindruck und auf der anderen Seiten unproduktive Leerlaufzeiten entstehen können. Der Ausfall von Teammitgliedern kann zu erheblichen zeitlichen Verzögerungen führen.

Teams sind daher oft langsam.

Desto besser eine Teamarbeit bereits im Vorfeld geplant, strukturiert, vorbereitet und trainiert wird, desto schneller und leistungsfähiger wird Ihr Team arbeiten können. In der praktischen Arbeit sollte das Team möglichst viel Verantwortung selbst tragen und innerhalb bestimmter Zeit-, Budget-, Qualitäts- und Zielvorgaben seine Arbeit selbst gestalten können.

Der Vorgesetzte sollte sich auf eine beratende Funktion beschränken. Erst wenn für ihn erkennbar wird, dass das Team allein nicht weiterkommt, das Ziel aus den Augen verliert oder anderweitig seine Hilfe erforderlich ist oder gewünscht wird, sollte er eingreifen.

Sind Teams wirklich immer motivierter?

Teamarbeit kann sehr positive Auswirkungen auf die Mitarbeiter, die Mitarbeiterführung und die Mitarbeitermotivation haben.

In Teams lernen sich die Mitarbeiter besser kennen, unterstützen sich gegenseitig, haben gemeinsam Spaß und hierarchische und soziale Unterschiede treten in den Hintergrund. Positive Effekte, die auch nach dem Abschluss  der Teamarbeit mit in den Arbeitsalltag einfließen und die Zusammenarbeit deutlich verbessern können.

Die geläufige Abkürzung für TEAM: „Toll Ein Anderer Macht’s“, weißt recht deutlich auf ein Problemfeld der Teamarbeit hin. Sich nämlich zu Lasten anderer Teammitglieder aus der Aufgabenerledigung und Verantwortung zu stehlen und eine gute Zeit zu genießen.

Durch klare Aufgabezuteilung, Zuweisung von (Teil-)Verantwortlichkeiten und geeignete Kontrollmechanismen können Sie derartigem Faulenzertum gut vorbeugen bzw. schnell Einhalt gebieten.

Kann die Aufgabe im Mittelpunkt stehen?

Nicht jede Personenkonstellation ist für eine Teamarbeit geeignet. Persönliche Befindlichkeiten, Eitelkeiten, Personen- und Abteilungsegoismen, schwellende Konflikte, Antipathien, Desinteresse und vieles mehr können eine Teamarbeit erschweren, wenn nicht sogar unmöglich machen.

Sie sollten daher niemanden zur Zusammenarbeit mit anderen zwingen, wenn diese nicht miteinander können. Werfen Sie deshalb nicht nur einen nüchternen Blick auf fachlichen die Kompetenzen. Für den Erfolg des Teams spielen persönliche Sympathien häufig die bedeutendere Rolle.

Seien Sie flexibel in Ihrem Vorgehen

Teamarbeit ist kein Selbstzweck, sondern sie steht und fällt mit ihren Mitgliedern. Berücksichtigen im gebotenen Maß die fachlichen Notwendigkeiten, Aufwand, Zweck und Nutzen sowie die Bedürfnisse, Fähigkeiten und Fertigkeit Ihrer Mitarbeiter. Und entscheiden Sie sich dann für die Einzel- oder Teamarbeit.

Erfolgreiche Mitarbeiterführung und Mitarbeitermotivation zeichnet sich nicht durch standardisierte Verfahren, sondern durch dem Einzelfall und den beteiligten Mitarbeitern angepasste Vorgehensweisen aus.

Detlef Fröhlich
Erfolgreiche Mitarbeiterführung und Mitarbeitermotivation

 

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